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HYDRA

Educational Kit for Game Development

Als Programmieren noch Spaß machte

Wenn Sie heute "gefühlte" 30 Jahre alt sind und sich immer noch mit Computersoftware beschäftigen, dann hatten Sie vor nicht allzu langer Zeit (als Teenager) bestimmt einen Atari 800. Oder einen C64. Oder einen ZX81, einen KC85 oder vielleicht sogar einen Apple II. Eines hatten Sie aber bestimmt: jede Menge Spaß am Programmieren!

Woran lag das? An der unbeschwerten Offenheit gegenüber Technikinnovationen? An mehr Freizeit und weniger Fernsehkanälen? Oder machte es einfach einen höllischen Spaß zu sehen, daß die Erwachsenenwelt i.d.R. völlig ratlos vor diesen "Brotkisten" namens Homecomputern stand? Vielleicht lag es auch einfach daran, daß man Computertechnologie noch verstehen und "selber machen" konnte. Und häufig Dinge zu sehen bekam, die den Visual Effects in zeitgenössischen Kinofilmen ziemlich nahe kamen. Das lag an den Demo-Codern, einer besonderen Spezies hochbegabter Programmierfreaks, welche die spärlich zur Verfügung stehenden Hardwareressourcen zu immer neuen Höhenflügen antrieben. So etwas traute man sich als normaler Brotkistenbesitzer natürlich nicht zu. Aber man staunte darüber, was machbar war!

Abb.: HYDRA Screenshots

Eines dieser bestaunten Wunderkinder mit den mystischen Nicknames ist André LaMothe. Der vermutlich überwiegend mit 6502-Assemblerroutinen zur Grafikprogrammierung (anstelle von Mark Twain Büchern) aufgewachsene André blieb auch später seinem Hobby beharrlich treu und verfaßte nicht weniger als fünfzehn Fachbücher, ganz zu schweigen von weiteren 200 Publikationen, an denen er mitarbeitete.

Das jüngste seiner Werke heißt "Game Programming with the Propeller Powered HYDRA", wiegt fast drei Pfund, und liegt dem HYDRA Development Kit bei. Die Gefahr ist gegeben, daß man sich auf Anhieb festliest: zu groß ist der Enthusiasmus des Autors, als daß diese Begeisterung nicht auch sofort auf den Leser abfärben würde.

Das Buch behandelt in aller Ausführlichkeit (800+ Seiten!), wie man eine Spielkonsole konzipiert, aufbaut und mit Software belebt. LaMothe versteht es meisterlich, die komplexe Materie optisch wie inhaltlich anspruchsvoll aufzubereiten. Und das Beste daran: Der Leser kann alle Programme, Ideen und Algorithmen sofort auf der eigenen HYDRA-Hardware ausprobieren! Eine gelungene Wiederbelebung der Homecomputer-Ära, ermöglicht durch den Propeller Chip, den wahrscheinlich unglaublichsten Mikrocontroller, seitdem es Brotkisten gibt.

Letzte Änderung: 2019-04-06