Integrierte Entwicklungsumgebung für 68HC11
Das Programm IDE11 (Integrated Development Environment for 68HC11) stellt eine durchgängige Plattform für die Entwicklung und den Test einer Mikrocontrollersoftware zur Verfügung. Die "IDEe" ist nicht neu, setzt sich aber immer weiter durch: Anstelle getrennter Programme zum Editieren, Übersetzen, Linken, Laden und Testen von (Mikrocontroller-) Software wird dies alles, möglichst nahtlos, in eine Software gepackt. Die Zeitschrift "Design & Elektronik" schrieb hierzu im Heft 11/96:
Ob die gewählte Bezeichnung dafür nun IDE (Integrated Development Environment), Workbench oder Shell lautet - die Vorteile liegen auf der Hand: die Turnaroundzeit (das ist die Zeit zwischen zwei Versuchen) sinkt, das Gedächtnis des geplagten Entwicklers wird nicht über die Maßen strapaziert (Stichwort: Commandline Syntax) und die ungeliebten, aber stets notwendigen Routinearbeiten gehen schneller von der Hand. Klassische Vertreter dieses praktischen "Aus-Einem-Guß" Konzepts und zugleich Urvater der IDEn sind die allseits bekannten Turbo-Compiler von Borland. Ihnen gemein ist die "Turbo Vision" Oberfläche, die in den Jahren praktisch zum Standard im Bereich der (DOS basierten) User-Interfaces aufgestiegen ist. Nicht zuletzt liegt dies daran, daß Turbo Vision als Bibliothek (und sogar in Form der Quelldateien) für Programmierer zur Verfügung steht, sowohl in einer Pascal- als auch in einer C++ Version. So verwundert es nicht, daß immer mehr nützliche Software aus allen Anwendungsbereichen - und so auch IDE11 - im Turbo Vision Look & Feel daherkommt.
Besonderes Highlight und Kern der Programm-"Philosophie" der IDE11 ist der Zugriff auf ein (nahezu) beliebiges HC11-System ohne die Notwendigkeit, ein Monitor-EPROM auf dem Zielsystem aufzusetzen. Diese Methode ist so nur auf dem HC11 möglich, Grundlage dafür ist der Special Bootstrap Mode der MCU. In dieser Betriebsweise unterstützt eine Firmwareroutine im HC11 den Download einer kurzen Programmsequenz in den internen RAM. Der bei anderen Mikrocontrollersystemen verwendete Monitor-EPROM ist überflüssig, statt dessen wird der Monitor von der IDE11 "häppchenweise" zum HC11 geschickt - immer nur die Funktion, die gerade benötigt wird.
Der Funktionsumfang der Integrierten Entwicklungsumgebung umfaßt:
Multidatei-Editor:
- Wordstar-ähnliche Befehlsstruktur
- Cut/Copy/Paste, Clipboard
- Suchen & Ersetzen, Undo
- Maus-Unterstützung
- Pull-Down-Menüs, Statuszeile, Hot-Keys
HC11-Crossassembler:
- 2-Pass Assembler (kein separater Linkschritt)
- Umfangreiche Expression-Syntax Auswertung
- Include-Dateien, Motorola-S-Record Ausgabe, Assemblerlisting
- Bezeichner mit bis zu 31 signifikanten Stellen
- Bei Anzeige von Fehlern direkte Verzweigung zur fehlerhaften Zeile im Quelltext
- Zusätzliche Assemblerdirektiven zur Erhöhung der Kompatibilität
- Schnittstelle zum Softwaresimulator TESTE68 (Erzeugung von MAP-Files)
Download:
- Transfer auf on-chip RAM, on-chip EEPROM, sowie auf externe Speicherbausteine (RAM und EEPROM) des Zielsystems
- 100% ferngesteuert durch PC über die serielle Schnittstelle, auf dem Zielsystem wird kein Monitor-Eprom benötigt
- Remote Reset und Remote HC11 MODE Control
- Funktionen: Load, Execute (Load & Start), Goto (Restart)
- Optional Support für EPROM-Emulatoren
- kann S-Records von Fremd-Tools downloaden
Debugging:
- Einzelschritt-Funktion im internen/externen Speicher (Methode: Timer Interrupt), dabei Status-Information zu Ports und Registern
- Disassembler-Fenster, Memory-Browser
- Programmstart und -restart im Real-Time Mode vom PC aus
Terminal:
- Terminal-Fenster zur Verfolgung von Ausgaben des Zielsystems und zur Eingabe von Zeichen, die an die MCU gesendet werden
- variable User-Baudraten (10417, 9600, 7812, 4800, 2400, 1200 oder 600 Baud)
- Erzeugung eines Mitschnitts (Logfile)
Tools:
- Anzeige/Programmierung des CONFIG-Registers
- Memory Map (Lage interner/externer Speicher, Registerbereich etc.)
- DOS-Shell
Systemvoraussetzungen
IDE11 setzt ein HC11-System mit 8 MHz Quarzfrequenz und einer der folgenden MCU's voraus: HC11A8, A1, A0, E9, E1, E0, F1 oder HC811E2. Externe Speicherbausteine (RAM/EEPROM) werden unterstützt. Die serielle Schnittstelle des HC11 (SCI) wird zur Host-Kommunikation benötigt. IDE11 erfordert ein DOS-Betriebssystem!
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